Essen&Trinken

Sardinien ist paradisisch. Wie schon in den Jahreszeiten und den Einkaufstipps anklingen konnte, wächst und gedeiht hier alles, was das Herz begehrt.

Anhänger des Slow Food werden hier voll und ganz auf ihre Kosten kommen, denn selbst in den Supermärkten werden regionale Produkte meist favorisiert und in jedem Fall gekennzeichnet.

Wer auf den Markt geht, sollte unbedingt die Ware jener probieren, die meist an einem kleinen Stand nur wenige Produkte feil bieten. Dieses Obst und Gemüse ist nämlich ohne EU- Ehrgeiz ganz natürlich gewachsen, die Käse mit Zeit und Leidenschaft hergestellt und das alles merkt man am hervoragenden Geschmack.
Ausserdem werden Sie sich sicher das ein oder andere mal fragen, ob Sie den Preis eventuell falsch verstanden haben, so günstig ist es.

Wenn Sie Ihre Beute nach Hause getragen haben, können Sie in unseren Kochbüchern nach Inspirationen suchen.

Regionales Wasser hervorragender Qualität gibt es auch: Smeraldina naturale ohne Kohlensäure und Santa Lucia mit frizzante. Hin und wieder sogar in Glasflaschen zu finden, aber die Plastikflaschen werden in Scano auch gesondert von der Stadtreinigung abgeholt.

Probieren Sie das Hirtenbrot, pane carasau, oder pane guttiau. Zweifach gebacken und hauchfein, knusprig, schmeckt es wunderbar zu kräftigem Gemüse und Sugo, abends fein zum Wein, oder äusserst praktisch zum Strandpicknick.

Die Bäcker der Insel sind wahre Meister darin, aus hoch raffiniertem Mehl kunstvolle Brötchen zu fertigen, die erstaunlicher Weise tatsächlich alle unterschiedlich schmecken.
Anhängerinnen von Süßem finden hier leckere Dinge aus Mandeln und Orangen, die am Nachmittag zu Kaffee oder Tee ebenso schmecken, wie zum Wein.

Auf Sardinien trinkt man kräftige Weine zu kräftigen Speisen.
Der Cannonau oder der Carignano sind herrlich körperreiche und interessant vielseitige Weine. Wenn Sie sprachlich die Möglichkeit haben, lassen Sie sich beraten. Unserer Erfahrung nach liefern die bekannten Marken nicht unbedingt die besseren Weine. Die Sarden trinken übrigens auch diese Rotweine am liebsten aus dem Kühlschrank. Probieren Sie es. Im Sommer allemale angenehm, zudem lassen sich so die vielen Facetten dieser Weine schön erleben.

Unser weißer Favorit ist der Vermentino. Wunderbar weich und tief, ohne anstrengend zu sein.
Der Malvasia di Bosa ist nicht mit dem gängigen Malvasia zu verwechseln. Probieren Sie diesen interessanten Wein doch in der Bar in Sennariolo, dem winzigen Dorf mit den beeindruckendenen Wandbildern, das man zu unrecht auf der Fahrt meist links liegen läßt.

Sie können aber auch gut die in Höfläden angebotenen Weine in Smeraldinaflaschen kaufen. Selbstangebaut und etwas leichter, als die “Winzerweine”, sind sie angenehm frisch und süffig, garantiert ohne Kopfschmerzen.

Das regionale Bier ist das Icnusa. Italienisch leicht, aber nicht lasch dafür angenehm frisch.

Liebhaber frischer Kräuter können sie fast überall am Wegesrand finden und pflücken. Rosmarin, Thymian, Myrte, Lorbeer…
Der Rosmarin vom Capo Mannu hat durch die Nähe zum Meer einen leichten Salzgeschmack, herrlich!

Probieren Sie fregola sarda , die kleine reisähnliche Pasta wird aus Hartweizengrieß hergestellt und anschließend leicht angeröstet. Sehr lecker in einem Bohneneintopf!
Man sollte unserer Meinung nach nicht Sardinien verlassen, ohne frische culurgiones probiert zu haben. Große liebevollst verflochtene Teigtaschen, die mal mit Peccorino, mal mit Kartoffeln gefüllt werden, mit Minze, oder Salbei kredenzt, eines jener schlichten, aber atemberaubenden Gerichte Italiens, die glücklich machen.

Sie haben genug vom Kochen und möchten sich von der regionalen Küche überraschen lassen?
In den meisten echten Trattorien, die nicht auf Touristenabfertigung ausgerichtet sind, gibt es kein klassisches Menu: Es wird angeboten, was eben da ist.
Sagen Sie einfach, wenn Sie Fisch, oder Fleisch nicht essen mögen, es wird Ihnen sicher eine Alternative angeboten.
Schlicht und immer frisch aus der Hand der Signora in der Trattoria am Dorfeingang. Sie spricht, wie viele Sarden auch französisch. In der Nebensaison, oder zu frühabendlichen Zeiten (vor 21h), kann es passieren, dass Sie den kleinen Raum für sich alleine haben. Damit Sie sich nicht so verlassen fühlen, wird die Dame, oder der Herr des Hauses Ihnen sicher den Fernseher anschalten…

Etwas lebhafter geht es bei Desogos in Cuglieri zu. Ein wirklich stimmungsvolles Lokal.
Unser persönlicher Favorit.

Schön ländlich speisen Sie bei unserem Hofladen La Fattoria. Auch für Kinder reizvoll, weil hier allerlei Getier zu bewundern ist und es Platz zum Spielen gibt, während die langweiligen Erwachsenen bloß quatschen.
Sardinien wird für Sie als Eltern eine Freude sein, denn statt genervter Blicke erwarten Sie allerorts leuchtende Augen: Italiener lieben Kinder!

Für Neueinsteiger der echten italienischen Küche das kleine 1×1 des Essen Gehens:

Italiener essen immer mindestens zwei Gänge.
Antipasti (Vorspeisen), primi piatti (pasta, risotto…), secondi, dolci.
Der Pastagang versteht sich nicht, wie eingedeutscht, als selbstständiger Hauptgang, deswegen sind die Portionen auch nicht so überbordend.
Der Hauptgang, meist Fisch, oder Fleisch, wird oft pur angeboten, wenn man Gemüse dazu möchte, schaut man unter contorni.
Kerzenlicht weicht Neonlicht, die Italiener sehen gerne, was sie essen.
In vielen Trattorien stellt man Ihnen Flaschen auf den Tisch, obwohl Sie Gläser bestellt haben. Sie müssen diese natürlich nicht austrinken. Vertrauen Sie den cameriere und machen Sie sich keine Sorgen um die Rechnung, gerade in diesen Läden wundert man sich, wie wenig Sie für die Getränke zahlen.

Nicht selten jedoch stößt dem Deutschen die Gebühr der coperta auf, eine Pauschale, die für Besteck und Brot erhoben wird. Sie steht in der Karte und ist durchaus üblich, also keine Abzocke!
Dem Italiener hingegen graut es, wenn die Deutschen nach dem Essen Cappuccino trinken, ein schlichter Cafè, hinter dem sich unser Espresso verbirgt, ist klassischer.

In Italien ist Rauchverbot in allen Lokalen. Bei vorgerückter Stunde kann es aber passieren, dass man Sie fragt, ob Sie rauchen möchten, und man bringt Ihnen, sodenn Sie rauchen, einen Aschenbecher.
Das ist der Zeitpunkt, an dem Sie der Kellnerin, oder dem Kellner eine Zigarette anbieten können.
Quasi Gastfreundlichkeit retoure.

Italiens gastronomische Löhne sind mies, über ordentliches Trinkgeld werden sich die Servicekräfte freuen.